Colombey les Deux Églises

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Colombey les Deux Églises

Eine kleine geschichtsträchtige Gemeinde

Meilenstein der Geschichte

Vor knapp 70 Jahren fand das erste historische Treffen zwischen Adenauer und de Gaulle in Colombey-les-Deux-Églises statt, einer kleinen Gemeinde im Département Haute-Marne in der Region Grand Est.

Übrigens: Damals schrieb sich die Gemeinde noch mit Bindestrichen; inzwischen ist der Ort durch die 2017 erfolgte Zusammenlegung der früher selbstständigen Gemeinden Colombey-les-Deux-Églises und Lamothe-en-Blaisy eine sog. „commune nouvelle“ und führt zur Unterscheidung von der alten Gemeinde keine Bindestriche mehr in ihrem Namen.

Das erste Treffen zwischen den beiden Staatsmännern fand am 14. September 1958, dreizehn Jahre nach Kriegsende, statt; knapp sechs Wochen später, am 26. November 1958, kam es zum ersten offiziellen Regierungstreffen in Bad  Kreuznach.

Nach der jahrhundertelangen Feindseligkeit zwischen Frankreich und Deutschland suchte Bundeskanzler Konrad Adenauer die deutsch-französische Freundschaft, eine der größten Herausforderungen dieser Zeit. Charles de Gaulle war seit wenigen Monaten Ministerpräsident unter Staatspräsident René Coty. In Frankreich wurde er als Held der Résistance gefeiert, seine Skepsis gegenüber der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) war bekannt.

De Gaulle empfing Adenauer immerhin zwei Tage auf seinem privaten Landsitz La Boisserie. Die Annäherung zwischen Deutschland und Frankreich nach dem Zweiten Weltkrieg hatte schon begonnen. Der Schuman-Plan und die Montanunion, auch bereits vereinzelt vereinbarte Städtepartnerschaften, gingen dem 14. September 1958 voraus.

Verfilmung und Doku

Der sehenswerte Fernsehfilm „An einem Tag im September“ (ZDF, ARTE / Network Movie, made in munich) erzählt von diesem ersten Treffen. Zu den Hintergründen des Treffens und der deutsch-französischen Beziehungen bietet das ZDF außerdem einen Film von Roland May an: „An einem Tag im September. Die Dokumentation“ (beides in der ZDF-/ARTE-Mediathek abrufbar).

Foto: Guillaume Bonzoms gbonzoms-cross-654225_1280

Colombey les Deux Églises

Durch das historische Treffen der beiden Staatsmänner gelang der kleine beschauliche Ort mit heute knapp 700 Einwohnern zu internationalem Ruhm. 1972 wurde auf der Spitze eines benachbarten Hügels ein 43 Meter hohes Kreuz, die Croix de Lorraine, errichtet – als Symbol der Résistance, der Widerstandsbewegung im Zweiten Weltkrieg gegen die deutsche Besatzungsmacht und das Vichy-Regime. Das Lothringer Doppelkreuz weist zwei waagerechte, unterschiedlich lange Querbalken auf. Die Gedenkstätte, das Mémorial, wurde 2008, fünfzig Jahre nach dem wegweisenden Treffen zwischen de Gaulle und Adenauer, eröffnet und eingeweiht. Geschichtsinteressierte werden im Museum interessante Dokumente, Bilder, Objekte und Tonaufnahmen finden, die aufschlussreiche Einblicke in die Zeit von damals gewähren.

Zwischenstopp

Für uns war Colombey les Deux Églises nach rund 400 Kilometern der erste Zwischenstopp auf dem Weg zum westlichsten Punkt Europas, dem Finistère. Was im Ort auffällt, sind die schlichten, ländlich geprägten Häuser aus regionalen Kalksteinen, mit traditionellen Ziegeldächern und maximal einem Stockwerk. Das kleine Hotel La Grange du Relais bietet nett eingerichtete Zimmer mit bequemen Betten, eine gute Küche und sogar einen Außenpool. Das Personal ist sehr freundlich, und – das Wichtigste – Hunde sind willkommen. 😊 (dies ist keine bezahlte Werbung)

Weitere interessante Ausflugs- oder Reiseziele rund um Colombey les Deux Églises sind unter anderem die Zisterzienserabtei in der Gemeinde Ville-sous-la-Ferté (20 km) oder das pittoreske Städtchen Bar-sur-Aube (15 km) mit den Ruinen eines Klosters aus dem 17. Jahrhundert. Colombey liegt ja in der historischen Provinz Champagne und zählt mehrere Champagner-Weingüter, die besichtigt werden können.