Kein Spiel ohne Grenzen

Berufsanfänger, die mit der Selbstständigkeit liebäugeln, fragen häufig: Welches Volumen schafft ein Übersetzer pro Tag? Gute Frage! Meine Antwort: Es kommt ganz darauf an, denn bei diesem Thema sind Rahmenbedingungen und persönliche Eckpunkte zu berücksichtigen. Gehen wir der Sache auf den Grund …

Gerade für Berufsanfänger(*) ist es unerlässlich, zunächst Daten und Fakten zu sammeln, bevor sie loslegen und den Schritt in die Selbstständigkeit wagen. Bei der Frage nach dem machbaren Volumen geht es übrigens nicht nur um die Wirtschaftlichkeit für den selbstständigen Übersetzer(*). Das realistische Volumen ist auch wichtig für die Kalkulation, sprich für die Festlegung (oder das Vorschlagen) von Lieferterminen. Lege ich durchschnittlich X Wörter pro Tag zugrunde, schlage ich die entsprechende Deadline D (plus Sicherheitspuffer für Unvorhersehbares) vor. Gehe ich von X+500 pro Tag aus, wird sich die Deadline entsprechend verringern. Das ist die Theorie – ganz so einfach ist es jedoch nicht.

Werde ich persönlich gefragt, wie viel **ich** im Durchschnitt, zum Beispiel rückblickend auf ein bestimmtes Jahr, schaffe, kann ich mit konkreten, belegbaren Zahlen antworten und Beispiele anführen, die von X bis X+y gehen. Doch das hilft niemandem weiter. Warum? Weil jeder Übersetzer anders arbeitet, jeder einen anderen Rhythmus hat, jeder andere, nicht vergleichbare Texte aus ganz unterschiedlichen Bereichen zu bearbeiten hat.

Wird mir die Frage pauschal gestellt („wie viel schafft ein Übersetzer?“), antworte ich immer: Das hängt von vielen Eckpunkten ab und kann natürlich nicht pauschal beantwortet werden. Alles andere wäre unseriös – auch die vielerorts kursierende Aussage mancher älterer Hasen, dass „im Normalfall die Wortzahl bei maximal 3000 liegt“. Was ist schon ein „Normalfall“ bei Übersetzungen? Und dennoch freue ich mich wie ein kleines Kind, wenn eine junge Kollegin kurz vor 12 Uhr postet, sie habe an dem Morgen bereits 3.500 Wörter übersetzt. Bravo!

Wenig hilfreich …

sind vor allem polemisch formulierte Aussagen, wie sie hin und wieder in diversen Foren zu lesen sind, mit denen Kollegen, die, ″behaupten, sie schaffen 7.000 und mehr Worte an einem Tagals ″Blender″ bezeichnet werden bzw. ihnen Unehrlichkeit unterstellt wird (ganz abgesehen davon, dass es Wörter und keine Worte sind, die der Übersetzer zählt).

Selbstverständlich gibt es sie, die Kollegen, die recht regelmäßig (und das heißt nicht „immer“) ihre 1000 Wörter pro Stunde übersetzen (meist diktierenderweise) – aber es geht ja hier um das durchschnittliche, regelmäßig machbare Tagespensum – und nicht um Rekorde.

Ebenso fragwürdig ist die Aussage, nur solche Kollegen, die weder Kind, Kegel noch Haushalt zu versorgen und praktisch nichts anderes zu tun haben, als den ganzen lieben langen Tag zu übersetzen, könnten ein Pensum XX schaffen. Statements wie „Singles, Workaholics, Menschen, die einfach ein Wahnsinns-Plus auf ihrem Tages-Zeit-Konto haben, das sie einfach füllen müssen, damit ihnen die Decke nicht auf den Kopf fällt“ können Sie getrost in den Neid-/Unwissenheit- und Provokationssack stecken. Plus auf dem Tageskonto? Verfügt nicht jeder Mensch auf dieser buckligen Welt über 24 Stunden am Tag? Diese entsprechend seinen Bedürfnissen und Zielen zu gestalten, ist seine Sache.

Ich kenne genügend Kollegen, die ein für meine Begriffe recht hohes Tagespensum absolvieren **und** durchaus ihre Freizeit zu genießen verstehen. Ich liebe diesen Teil (Übersetzen) meiner beruflichen Betätigung, aber ich muss es nicht bis zum Umfallen betreiben und ich betrachte es auch nicht als Zeitfüller. Übrigens ist mir in vierzig Berufsjahren kein einziger Übersetzer begegnet, auch nicht unter denen, die sich der Kategorie „six figure translators“ zugehörig fühlen, wie es in den englischsprachigen Foren heißt (wo es im Übrigen positiv auffällt und nicht als Angeberei oder Ähnliches abgetan wird, wenn sich jemand dahingehend outet), also … ich kenne niemanden (auch keinen Übersetzer), der krank geworden ist, weil er „zu viel gearbeitet hat“. Lassen Sie sich nicht von solchen Äußerungen beeindrucken, denn sie sind entweder als Provokation gedacht oder aus purem Neid entstanden – wahrscheinlich gilt beides. 🙂

Und schließlich lese ich immer wieder den Satz: „Es gilt wie immer das magische Dreieck: gut, schnell, preiswert. Davon passen immer nur zwei Begriffe zusammen, der dritte schließt sich automatisch aus und wird zum Gegenpol.“ Falsch! Denn ich nehme für mich in Anspruch, gut, schnell und preiswert zu sein. Preiswert bedeutet nicht billig, sondern „den [berechneten] Preis wert“. Und ich könnte spontan mindestens zwanzig Kollegen nennen, die ebenfalls diesen Anspruch haben.

Klartext: konkrete Eckpunkte

Spitzfindigkeiten beiseite – heute möchte ich Klarheit schaffen und Vorurteile bzw. Gemeinplätze aus der Welt schaffen, denn Polemik und Provokation helfen niemandem, am allerwenigsten den Kolleginnen und Kollegen, die die Volumenfrage ernsthaft stellen.

Betrachten wir zunächst ganz konkret die Rahmenbedingungen, die Sie selbst beeinflussen können.

  1. Welche technischen Voraussetzungen können Sie nutzen? Arbeiten Sie mit einem oder mehreren CAT-Tools? Mit der Spracherkennungssoftware Dragon NaturallySpeaking? Letztere ermöglicht, sofern sich der Ausgangstext dafür eignet, die Produktivität beachtlich zu steigern. Zu CAT-Tools kann ich persönlich nichts sagen, da ich keine verwende.

Mein Tipp: Prüfen Sie, ob Sie Ihre technischen Voraussetzungen optimieren können und ob die Nutzung von Dragon NaturallySpeaking für die Art von Texten, die Sie überwiegend zu bearbeiten haben, sinnvoll wäre. Und prüfen Sie außerdem, ob Sie evtl. online verfügbare Ressourcen einsetzen können.

  1. Wie sind Ihre zeitlichen und räumlichen Rahmenbedingungen? Wie viel Arbeitszeit steht Ihnen (werk-)täglich zur Verfügung? Manche arbeiten früh morgens oder während des Vormittags, um nachmittags für die Kinder da zu sein; andere bevorzugen den Abend. Hier muss jeder das Passende für sich finden.

Mein Tipp: Gehen Sie hier nicht von einem Wunschdenken oder von Ausnahmetagen aus, die nur dann eintreten, wenn Sie Kind, Kegel, Hund, Katze, Maus (und Partner) aus dem Haus schicken, sondern vom realistisch regelmäßig Machbaren. Organisieren Sie sich so, wie es für **Ihre** Situation passt.

  1. Können Sie aufgrund der Rahmenbedingungen in Ruhe arbeiten oder werden Sie immer wieder gestört?

Mein Tipp: Überlegen Sie, ob es möglich ist, ein relativ festes Zeitfenster einzurichten, in dem Sie störungsfrei arbeiten können, auch wenn Ihnen dieses Zeitfenster klein vorkommt. Lieber ein kleines, aber ruhiges Zeitfenster als ein größeres, nicht störungsfreies. Aber **Ihr** Zeitfenster wird fest reserviert und bildet den Zeitgrundstock. Hundertprozentig störungsfrei geht nie, auch im festen Zeitfenster, denn das Klingeln des Paketboten oder den Anruf der KiTa, Sie mögen Ihr Kind frühzeitig abholen, weil es krank ist, können Sie nicht voraussehen.

  1. Können Sie sich aufgrund der Rahmenbedingungen auf Ihre Arbeit voll konzentrieren oder fallen Ihnen häufig andere Dinge ein, von denen Sie meinen, diese müssten Sie „zwischendurch“ erledigen, oder die Sie lieber tun würden – Stichwort Prokrastination? Lassen Sie sich leicht ablenken? Verbringen Sie zum Beispiel viel Zeit in den social media?

Mein Tipp: Planen Sie Ihre Zeit fest ein (vgl. Punkt 3 – Zeitfenster), beschränken Sie sich auf ein bestimmtes „Maß“ an social media activity am Tag, z. B. eine halbe Stunde morgens und eine halbe Stunde abends. Arbeiten Sie in Zeitblöcken, z. B. „jetzt wird zwei Stunden ohne Unterbrechung (= ohne Ablenkung … Stichwort Prokrastination) gearbeitet“. Und halten Sie sich daran (sonst bringt die ganze Planung nichts)!

  1. Spezialisierung: In welchem Maße sind Sie spezialisiert? Je spezialisierter Sie sind, desto weniger Zeit für Einarbeitung in das (neue) Thema und für Recherchen benötigen Sie. Spezialisierung heißt nicht, dass man nur noch „die gleichen Text herunterleiern“ muss. Eine starke Spezialisierung macht aus Ihnen einen Experten, der gefragt ist und höhere Preise verlangen kann. Wenn Sie als hochspezialisierter Übersetzer mit Ihrem Kunden zu tun haben, sind Sie in der Lage sein, mit ihm fachlich die Textinhalte zu erörtern und ihn ggf. auf Ungereimtheiten im Originaltext plausibel zu erklären. Dann ist auch der Kunde bereit, höhere Preise zu zahlen.

Damit will ich Generalisten oder Allrounder in keinem Fall ins Kröpfchen stecken – Tatsache ist aber, dass diese bei Weitem nicht die Honorare der Spezialisten erzielen und somit viel mehr strampeln müssen, um auf einen vernünftigen Umsatz zu kommen, denn als Generalist sind Sie eher für Agenturen interessant.

Sehen Sie sich die Rechenbeispiele hier an.  Ich betone: Es sind Beispiele.

Eine hohe Spezialisierung hindert Sie nicht daran, hin und wieder einen Auftrag aus der Generalistenkiste anzunehmen, wenn Ihnen der Text gefällt und Ihnen gerade danach ist. Spezialisten haben in der Hinsicht eine viel größere Entscheidungsfreiheit.

  1. Effizientes Arbeiten: Aus meiner Erfahrung mit Kollegen und auch als Dozentin an der Uni in Germersheim weiß ich, dass jeder anders an einen Text herangeht. Keine Methode ist „falsch“ oder „besser“.

Mein Tipp: Wichtig ist, dass einzelne Schritte, die zum Beispiel blockweise abgearbeitet werden können, tatsächlich im Hinblick auf ein effizienteres Arbeiten zusammenhängend angegangen werden. Stichwort Ablaufoptimierung.

Entwickeln Sie eine (= Ihre) Strategie für effizientes Arbeiten. Hat sich ein Ansatz, ein Ablauf bewährt, halten Sie diesen ein. Hat sich etwas als wenig hilfreich oder gar kontraproduktiv erwiesen, ändern Sie die Vorgehensweise, bis Sie Ihre zielführende „Methodik“ gefunden haben. Ach ja: Damit ist man nie fertig, auch nicht nach 30 oder mehr Jahren Berufstätigkeit.

Auch das ständige Unterbrechen des Übersetzungsvorgangs, um „mal kurz auf Facebook“ zu kommentieren, „mal schnell die Freundin anzurufen“, weil es einem gerade einfällt, „mal schnell die Wäsche aufzuhängen“ usw., sollte vermieden werden. Facebook ist bestimmt nicht unter den Prios 1 bis 10 zu sehen; die Freundin können Sie später anrufen – notieren Sie das, wenn Sie befürchten, es zu vergessen; und die Wäsche können Sie auch noch in zwei Stunden aufhängen. Wer viel Zeit auf Facebook & Co. verbringt, andererseits aber jammert, er müsse „endlos malochen“, kann nicht ernst genommen werden. Sorry.

  1. Schwierigkeitsgrad, Art und Qualität der Zieltexte: Selbstverständlich wollen wir alle gute Arbeit leisten. Deshalb ist das Wort Qualität in diesem Pkt. 7 als Beschaffenheit, Kategorie zu verstehen – ähnlich wie man sagt: „dieses Thema / dieser Punkt hat eine andere Qualität“, also nicht im Sinne von schlecht oder gut.

Was für den einen schwierig, ist für den anderen leicht(er) oder einfach(er). Hier spielt die Erfahrung und auch die Spezialisierung eine große Rolle. So gibt es Texte, die man „so einfach runter übersetzen“ kann, wie mir eine Kollegin einmal sagte und als Beispiel Schulungsunterlagen nannte. Nun ja, auch da hängt es vom Thema der Schulung ab. Geht es um Achs- und Elastokinematik, ist das nur für den Übersetzer „einfach“, der darauf spezialisiert ist. Deshalb ist bei vorschnellem Annehmen von Aufträgen ohne genaue Prüfung der Textinhalte (Thematik oder Fachgebiet) Vorsicht geboten, auch wenn der Kunde in der Begleitmail schreibt, es handele sich um „einfache Schulungsunterlagen“.

Auch darf nicht unterstellt werden, dass Übersetzer, deren Dienstleistung in Richtung Transkreation und/oder Redaktion in der Zielsprache geht, einfacher im Sinne von „das geht schneller“ schneller „fertig sind“. Denn da geht es mitnichten um das Ziel „Hauptsache, der Inhalt ist korrekt wieder gegeben“. Frei formulieren dürfen oder müssen ist nicht gleichzusetzen mit „husch, husch“. Wer das denkt, hat sehr wahrscheinlich nie eine solche Aufgabe mit hohem kundenseitigen Anspruch gemeistert. Denken Sie nur an Texte, die im Zielsprachenland veröffentlicht werden sollen und daher auch den kulturellen Anforderungen Rechnung tragen müssen. Mit viel Erfahrung ist auch hier ein gutes Pensum möglich, aber diese Aufgabe erfordert ganz sicher auch eine entsprechende Begabung.

Ähnliches gilt bei kundenseitigen Vorgaben wie z. B. der Zeichenbeschränkung, weil im Magazin, in dem der Zieltext erscheinen soll, beispielsweise nur 2.200 Zeichen zur Verfügung stehen. Auch das ist Übung. Diese Herausforderung sollte jedoch von weniger erfahrenen Übersetzern bei der Ermittlung ihres Terminvorschlags für die Lieferung berücksichtigt werden.

Dann gibt es noch andere Kriterien, die sich auf das Output auswirken, auf die wir als Übersetzer allerdings (leider) keinen Einfluss haben, wie zum Beispiel:

  1. die Qualität der Ausgangstexte: Wenn Ihnen Gedankensalat vorgelegt wird, den Sie erst einmal putzen, zerschnippeln und neu sortieren müssen, ist der Zeitaufwand höher. Ein ordentlicher Ausgangstext ist das A und O nicht nur für eine qualitativ gute Übersetzung, sondern auch für einen angemessenen Zeitaufwand beim Übersetzen. Doch was tun?

Mein Tipp: Prüfen Sie eingehende Texte **vor** der Angebotsabgabe sehr genau und kalkulieren Sie mehr Zeit ein, wenn Sie feststellen, dass der Text eher in die Kiste Kraut & Rüben gehört. Wenn Sie an der Wortzahl nichts ändern können, weil diese vom Kunden (meistens bei Agenturen der Fall) vorgegeben ist, informieren Sie Ihren Kunden über den Mehraufwand. Wichtig: Nicht nur darauf hinweisen, dass der Mehraufwand mehr Geld kostet, sondern Abhilfe anbieten („Gerne überarbeite ich im ersten Schritt den Ausgangstext, das ist sicher auch im Interesse Ihres Endkunden. Hierfür würde ich pauschal XX Euro veranschlagen“).

Zusammenfassend: Aufwand richtig einschätzen, effiziente Abläufe umsetzen, Ressourcen (technische, Online-Ressourcen …) zielführend einsetzen, sorgfältig arbeiten – das sollte das Ziel sein. Im Laufe der Jahre kommt die Erfahrung hinzu.

In Bezug auf die Zeit sind Sie Herr/Herrin des Verfahrens: Sie allein entscheiden, wie viel Zeit Sie für das Paket „Erwerbstätigkeit“ einsetzen wollen. Wer nur drei Stunden arbeiten will (die Betonung liegt auf „will“) und damit zufrieden ist – super!

Sie wissen jetzt immer noch nicht, wie viele Wörter Sie als Tagespensum zugrunde legen sollen oder wie viele Wörter Sie in der Stunde durchschnittlich übersetzen können? Probieren Sie es aus, notieren Sie Ihr Output über mehrere Tage – das sind Ihre ganz persönlichen Erfahrungswerte. Denn jede Pauschalaussage, die ich hier machen würde, wäre unseriös und würde Sie nur verunsichern. Viel Erfolg!

(*) Im Hinblick auf eine bessere Lesbarkeit wird das generische Maskulinum verwendet.

6 Gedanken zu „Kein Spiel ohne Grenzen“

  1. Toller Artikel. Ich kann das alles unterschreiben. Ich gehe den Weg der extremen Spezialisierung, das erlaubt mir für bestimmte Textsorten sehr hohe Wortzahlen zu übersetzen. Mit CAT und Dragon habe ich da schon um und über 10.000 Worte am Tag in guter Qualität erreicht. Das sind Ausnahmen (das reicht mir aber auch bei 3 bis 4 Aufträgen mit jeweils 6-10.000 Worten pro Monat), aber diese Aufträge geben mir eine enorme Freiheit bei anderen Aufträgen extrem wählerisch zu sein. Genauso habe ich Tage, an denen ich bei anderen Textsorten (aber auch aus dem Bereich Medizin) nur knapp 1.500 Worte schaffe. Ich kann jedem Kollegen und jeder Kollegin nur empfehlen eigene Prozesse zu entwickeln und zu optimieren (speziell mit der Anwendung von Werkzeugen, die keine CAT-Tools sind, lassen sich oft erstaunliche Produktivitätssteigerungen erzielen). Auch sollte man vermeiden sich zu billig zu verkaufen. Im Endeffekt kommt es nämlich nicht auf die Zahl der übersetzten Worte an, sondern darauf, was unter dem Strich übrig bleibt und ob ich (also der Übersetzer) und der Kunde mit meiner Arbeit zufrieden sind.

    1. Herzlichen Dank, lieber Siegfried. Ja, die Spannweite ist auch bei mir sehr groß. Und wie du sagst, ergeben sich durch ein hohes Pensum an bestimmten Tagen enorme Freiheiten. Und ja, auch der Preis trägt dazu bei, dass ich mir mehr Freiheit/Freizeit erlauben kann.

  2. Interessantes Thema und toller Artikel! Ich selbst kalkuliere für Liefertermine immer mit 2500 Wörtern pro Tag bei Stammkunden (bzw. 2000 Wörtern pro Tag bei komplizierteren Texten oder neuen Kunden). Mehr als 3000-3500 Wörter am Tag schaffe ich in der Regel nicht. Denn die übersetzten Wörter möchten ja noch im Eigenlektorat geprüft und korrigiert werden. Diese Zeit sollte man auch noch einkalkulieren! Bei kreativeren Texten, die übersetzt und getextet werden müssen (Transkreation), sind es schon mal 500 Wörter maximal pro Tag. Aber da rechne ich nach Stundenaufwand ab.

    1. Sehr richtig, zum Auftrag gehört natürlich auch das Eigenlektorat. Je anspruchsvoller der Text, desto mehr Zeit sollte man sich dann dafür nehmen.

    2. Vollkommen richtig, Katja. Darum ist die Aussage, man schaffe 7000 Wörter, gar nicht so abwegig. Die Frage ist eher, ob man 7000 fertige Wörter – sprich mit Eigenlektorat und QA – schafft. Das ist wohl eher selten.

      1. Ich würde nicht sagen, dass ein Output von 7.000 Wörtern „selten“ ist. Es kann durchaus recht häufig vorkommen, wenn „alles passt“, also Textsorte, -art-, Fachgebiet usw. Ich habe Zeiten gehabt, als ich noch recht ordentlich rausklotzte, da habe ich fast täglich meine 6.000 bis 7.000 Wörter, manchmal auch etwas mehr, rausgepowert, allerdings per Spracherkennung diktiert. Die waren auch am Ende des Tages druckreif. Aber wie gesagt: Da muss alles passen. Meine hohe Spezialisierung hilft dabei enorm. Wenn man Begriffe recherchieren und vielleicht noch etliche Formatierungen beachten muss, dann klappt das nicht. Muss auch nicht. Jüngere Kollegen sollten lieber weniger Wörter, die sie sich besser bezahlen lassen, anpeilen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.