Metamorphose eines Blogs

Himmel_82Am Anfang entsteht eine Idee, entwickelt sich ein Gedanke, kristallisiert sich ein Ziel heraus. Mit der Zeit verändern sich die Rahmenbedingungen und die Interessen, Themen machen auf sich aufmerksam und wollen unbedingt behandelt werden, drängen sich förmlich auf, der Fokus verschiebt sich. Metamorphose eines Blogs…

Mein Blog entstand im Januar 2012, weil ich mich damals über die misslungene erste deutsche Fassung der Biografie von Steve Jobs geärgert habe. In der Anfangszeit habe ich allgemein über Themen aus Sicht der französischen und deutschen Sprache oder Kultur geschrieben, zum Beispiel über sog. „falsche Freunde“ im Wortschatz (z. B. ist „le compas“ nicht der Kompass, sondern der Zirkel) oder dass Franzosen einander je nach Region mit 2, 3 oder 4 Wangen-Küsschen begrüßen. Irgendwann habe ich – ich kann mich heute gar nicht mehr an den Auslöser erinnern – über ein Thema speziell für Übersetzer geschrieben, und dann hatte ich plötzlich ganz viele Abonnenten. Es gab sogar einen Beitrag, der von Kollegen pro bono außer ins Englische auch ins Italienische, Spanische und Russische und von mir ins Französische übersetzt wurde – und der mit 1.641 „Gefällt mir“-Angaben bis dato sicher der beliebteste meiner Blogposts ist.

Irgendwann wurde mein Rüsterweg zum Synonym für „hilfreiche Infos für Übersetzer“, und so habe ich eine Zeitlang fast nur noch Beiträge verfasst, die etwas mit diesem Berufszweig zu tun hatten. Ergänzt wurden die Beiträge durch „Tipps für Übersetzer“ auf meiner Website sowie im letzten Jahr durch einen Newsletter, der bisher zweimal erschienen ist und einen erfreulich großen Anklang gefunden hat.

Mit der Zeit stellt man fest, dass im Netz quasi alles schon einmal da war, besprochen worden ist und immer wieder thematisiert wird. Und dann? Soll man das Schreiben einstellen? Bestimmt nicht, denn schließlich bereitet es mir große Freude.

Aber inzwischen gehen meine Überlegungen in eine etwas geänderte Richtung, und auch meine beruflichen Schwerpunkte nehmen Kurs auf ein neues Ziel. Viel verraten will ich nicht, man darf gespannt sein. Was feststeht: Diese Kursänderung wird durchaus von Vorteil sein.

Daher wird es in Zukunft wieder mehr Beiträge geben, die sich mit interessanten Aspekten der deutschen und französischen Sprache befassen. Auch Wissenswertes und Witziges aus beiden Ländern und Geschichten aus dem Leben einer Deutsch-Französin werden öfter zur Sprache kommen. Dabei werden meine Kolleginnen und Kollegen aus der Übersetzungsbranche allerdings nicht vernachlässigt – den Input wird es jedoch über andere Wege geben.

Vielen herzlichen Dank für Ihre / Eure Treue, die Anerkennung, die mich über diverse Kanäle erreicht, auch für die Anregungen, Fragen und Kommentare. Bis ganz bald mit einem neuen Beitrag!

4 Gedanken zu „Metamorphose eines Blogs“

  1. Da bin ich sehr gespannt, Giselle, wie die neue Richtung ausfällt! Ich persönlich mochte an diesem Blog immer die kleinen Geschichten aus der Rubrik „Land und Leute“ – die seltsamen Krankheiten der Franzosen mit der „crise de foie“ haben sich mir besonders eingeprägt.
    Viele Grüße, Imke

  2. Liebe Frau Chaumien,

    nun hier zwar nur in Kürze und dann im nächsten Telefonat sicher noch mehr: Das ist einer der interessantesten Posts, die ich in letzter Zeit gelesen habe – so mir Zeit dazu blieb.
    Sie sprechen mir mit vielen Einzelaspekten aus der Seele wie hier:
    Was schreiben, wenn alles schon ge-/beschrieben ist?
    Niemals damit aufhören, nur weil das Netz so viel hergibt, wenn die Leidenschaft uns weiter beseelt…
    Was, wenn wir auf unserer Schreibreise zu neuen Destinationen eingeladen werden?

    Ich freue mich, dass Sie Ihre Perspektive hier teilen und bin sicher eine der Ersten, die Ihrer neuen Spur folgen werden – egal, ob mir die Zeit dazu bleibt.

    Viel Vergnügen und schöne Erlebnisse wünsche ich Ihnen,
    Ihre Petra Schulte

    1. Liebe Frau Schulte, danke für Ihre Zeilen, die mir Mut machen. Denn es ist gar nicht so einfach, die gewohnten Wanderpfade zu verlassen. Mit der Zeit (will sagen: mit dem Alter) wird man bequem, Neues bedeutet Mehraufwand.
      Aber wie Sie wissen, hat mich der „Aufwand“ noch nie abgeschreckt, wenn ich der Meinung bin, dass mich das Ergebnis wie auch immer zufrieden macht. Deshalb: Auf zu neuen Ufern!
      Liebe Grüße
      Giselle Chaumien

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