Buchtipp: „Giftcocktail Körperpflege“

V 2Gestern brachte mir der Paketbote das Buch „Giftcocktail Körperpflege“ von Marion Schimmelpfennig. Da ich schon länger darauf gewartet hatte, habe ich das Päckchen gleich geöffnet. Zunächst war und bin ich sehr angetan: Die Aufmachung, der rote Vorsatz, die gute Papierqualität… das alles strahlt eine Wertigkeit aus, die mich gefreut hat. Denn Bücher haben für mich etwas „Zauberhaftes“.

Am Abend – denn ich hatte nachmittags noch einiges an Arbeit zu erledigen – fing ich an zu blättern und verschaffte mir erst einmal einen Überblick. So gehe ich bei Sachbüchern vor – da schaue ich mir auch gerne vorab die letzten Seiten an (was ich bei einem Krimi natürlich niemals machen würde).

Dass Dr. Rüdiger Dahlke, Arzt und Psychotherapeut, ein 10-seitiges spannendes Vorwort verfasst hat, macht deutlich, dass es sich bei dem Buch um eine fundierte, gut recherchierte Arbeit handelt. Und in der Tat umfasst das Literaturverzeichnis ganze 13 Seiten.

Das Buch ist sehr gut strukturiert, muss „aber“ m.E. nicht von vorne bis hinten wie ein Roman gelesen werden, man kann durchaus – und das finde ich gut – auch zwischendrin hängen bleiben. Die über 30 Seiten, auf denen die Inhaltsstoffe mit ihren möglichen Risiken zusammengefasst sind, runden das Ganze ab und machen das Buch zu einem wertvollen Nachschlagewerk.

Wer sich das Buch zulegt – und das kann ich wirklich jedem, JEDEM, empfehlen – muss eines wissen: Hat man erst einmal angefangen zu lesen, kann man es nicht mehr aus der Hand legen, nicht nur, weil es sich gut liest. Es ist einfach ein fesselndes Buch. Ich bin zwischendurch aufgestanden, habe meine Zahnpasta, meine Handcreme, mein Shampoo und andere Mittelchen hervorgeholt – in der Hoffnung, dass bei diesem „meinem“ Produkt jener schädliche Inhaltsstoff, von dem ich gerade las, nicht enthalten sein würde. Leider wurde ich konsequent enttäuscht.

Ich gehöre übrigens nicht zu den Panikmachern und Ökofreaks, die alles verteufeln und vor allem zurückschrecken – Franzosen reagieren da in der Regel recht locker. Aber das Buch von Marion Schimmelpfennig ist eine – leider negative – „Offenbarung“, will sagen: Es hat mir die Augen geöffnet.  Was sind wir Verbraucher doch für Dummköpfe, wenn wir uns Körperpflegemittel und Kosmetika andrehen lassen, die nicht nur das, was sie versprechen, vielfach nicht halten (die Handcreme mag zwar die Haut geschmeidiger machen, aber eine Anti-Aging-Creme soll vorm Altern schützen? Ha ha, das ist wohl der größte Witz!), sondern auch noch unserem Körper massiv schaden! Und dafür sind wir bereit, viel Geld zu bezahlen. Unfassbar!

Marion Schimmelpfennigs Absicht war und ist nicht die vielfach verbreitete Panikmache von Yellow Press & Co. Das spürt man als Leser ab der ersten Zeile. Sie will, denke ich, uns Verbrauchern ein Werkzeug an die Hand geben, mit dem wir beim Einkaufen von Körperpflegemitteln und Kosmetika bewusster vorgehen. Sie will uns wachrütteln und vermitteln, dass es Alternativen gibt.

Nur: In Print- und Onlinemedien, die von den Anzeigen der Hersteller dieser Produkte leben, wird ihr Buch sicher nicht vorgestellt – das wäre ja aus der Sicht der Redaktionen kontraproduktiv. Um so wichtiger ist es also, dass wir Verbraucher dieses Werkzeug weiterempfehlen, darüber sprechen und schreiben, es verschenken und erwähnen: beim Hausarzt im Wartezimmer und im Sprechzimmer, beim Heilpraktiker und Physiotherapeuten, beim Friseur und beim Abholen der Kinder im Kindergarten…

Lassen Sie sich übrigens nicht dadurch bremsen, dass dieses Buch in einem Verlag erschienen ist, der auch Bücher über UFOs verlegt. Sie wollen doch nicht den Verlag kaufen? Es geht um Ihre (und meine) Gesundheit – und mir ist, ehrlich gesagt, der Inhalt des Buches wichtiger als irgendwelche unbegründeten Vorbehalte gegenüber einem Verlag.

Wie schreibt Marion Schimmelpfennig am Ende ihres Buches: „Nehmen Sie Ihre Gesundheit selbst in die Hand. Sie wissen ja – zu jedem Spielchen gehören immer zwei. Der, der es versucht – und der andere, der es zulässt“. In diesem Sinne: Lassen Sie es nicht zu.

Giftcocktail Körperpflege – Der schleichende Tod aus dem Badezimmer: erhältlich beim J. K. Fischer Verlag und natürlich auch bei Amazon sowie in jeder Buchhandlung.

P.S. Der Vollständigkeit halber: Nein, ich bekomme für diesen Artikel bzw. die Weiterempfehlung dieses Buchs kein Geld oder sonstige Gegenleistungen.

3 Gedanken zu „Buchtipp: „Giftcocktail Körperpflege““

  1. Sehr geehrte Frau Chaumien!
    Herzlichen Dank für Ihren Beitrag, welcher den Inhalt dieses Buches nicht besser hätte auf den Punkt bringen können. RINGANA Frischekosmetik geht bereits seit 18 Jahren den richtungsweisenden anderen Weg: durch die sofortige Verarbeitung der frischen Rohstoffe bleiben die wertvollen Inhaltsstoffe optimal erhalten. Mit RINGANA Frischekosmetik erspart sich die Haut Konservierungs- und Lösungsmittel, Stabilisatoren sowie Mineralöle. Das wiederum bedeutet, dass die Produkte ein Ablaufdatum haben – die RINGANA Hightech-Frischekosmetik ist daher „haltbar bis_ _“.
    Habe ich Ihre Neugierde geweckt? Erfahren Sie mehr unter http://www.ringana.com/467558

    Herzlichst Ihre Yvonne Siam

    1. Liebe Frau Siam,
      vielen Dank für Ihre Zeilen. Ich werde sie an Frau Schimmelpfennig, Autorin des Buches, weiterleiten. Beste Grüße, Giselle Chaumien

  2. Vielen Dank für den Buchtipp! Als „Kosmetikübersetzerin“ kenne ich die „Risiken und Nebenwirkungen“ vieler (auch der Luxus-) Kosmetika schon länger. Wer die Inhaltsstoffe auf seinen Produkten entschlüsseln möchte (sofern er/sie die Listen auf der Verpackung mit oder ohne Lupe entziffern kann), findet Auskunft über 8500 Stoffe in der „Kosmetik-Liste“ von Ökotest (9,80 Euro). Meine Auflage ist von 2010; möglicherweise gibt es schon eine neuere, da sich die Formulierungen der Produkte rasant ändern (mein Eindruck). Es gibt inzwischen auch eine Vielfalt von hautfreundlichen Alternativprodukten, die das „Müsli-Image“ abgelegt haben und in der Regel sogar preiswert (d.h. ihren Preis wert) sind.

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